woman and child playing on green grass field near mountain
KR 08-3 Auf der Suche zum Glück - Wege zum Heil

KR 08-3/2. Aus der Glücksforschung – echte und unechte Wege…

Zur Wiederholung:

Im ersten Baustein „Was macht mich glücklich?“ haben wir über das Glück schon etwas nachgedacht: Jede(r) wünscht es sich selbst und auch anderen („Herzlichen Glückwunsch“) und wir unterscheiden „Glücklich sein“ vom „Glück haben“. Wenn man Glück hatte, kommt ein kurzes Glücksgefühl auf. Wenn man glücklich ist, ist es ein dauerhafter zustand.

Was trägt zu unserem Glück bei? Was können wir dazu beitragen?

1. „Glück“ psychologisch gesehen

Der Zweig der „Glücksforschung“ hat hier einige nachvollziehbare Ergebnisse ans Tageslicht gebracht. Besonders nachdenklich machte es, als man die Menschen in Bhutan als die glücklichsten Menschen der Erde identifizierte.

Und Bhutan ist kein Land des Reichtums oder der wirtschaftlich besonderen Errungenschaften. Wir kommen dem Glück auf die Schliche – es gibt neben äußeren Faktoren auch innere Faktoren, die das Gefühl von Glück nähren. Wenn du magst und Zeit hast, schau dir das Video oben mal an.

Aufgabe 1: Schreibe die Überschrift "Aus der Glücksforschung" in dein Heft.

a) Glück auf verschiedenen Ebenen – innen und außen

Wenn wir es genau betrachten, können wir auf verschiedenen Ebenen glücklich sein, …

innere Ebenenäußere Ebenen
körperliche Ebene: Gesundheit, Fitness, Freiheit von Schmerz… ICH BIN BESCHWERDEFREI.

geistige Ebene (Verstand und Gefühl): Unser Verstand und unser Gefühl ist auf etwas ausgerichtet, was ihm Freude macht und z.B. Freundschaften und schöne Ereignisse erschaffen in uns ein glückliches Gefühl. ICH KANN GENIEßEN.

spirituelle Ebene: Ein Gefühl der Verbundenheit mit einer Religion, einem Ideal und Überzeugungen trägt zum Glücklichsein bei. ICH FÜHLE ETWAS HÖHEREM VERBUNDEN.
materielle Ebene (Wohlstand und Sicherheit): Wir leben in Sicherheit, ohne Krieg, haben ein Dach über dem Kopf, kommen finanziell gut über die Runden – das Gefühl von Sicherheit trägt zum Glücksempfinden bei. ICH BIN AUF MATERIELLER EBENE SORGENFREI.

soziale Ebene: Wir leben in Beziehungen in der Familie, mit Freunden, Kolleg*innen und Nachbar*innen. Das soziale Miteinander trägt sehr zum Glücklichsein bei. ICH GEHÖRE DAZU. ICH LIEBE UND ICH WERDE GELIEBT.

Wir haben 5 Ebenen des Glücks gefunden und sie nach „innen“ und „außen“ voneinander unterschieden.

Aufgabe 2: Erkläre die Unterscheidung von "innen" und "außen".
Aufgabe 3: Schau dir die 5 Ebenen genau an und überlege Beispiele, wie auf jeder der Ebenen Un-Glück passieren kann.

b) die Bedürfnispyramide – was wir brauchen (Maslow)

Der Amerikanische Psychologe Abraham Maslow ist mit seinem Modell der „Bedürfnispyramide“ berühmt geworden: Was veranlasst Menschen überhaupt, zu handeln?

Er behauptete, dass alle Menschen dieselben Grundbedürfnisse hätten und dass jeder Mensch auf unterschiedliche Weise handelt, um diese Bedürfnisse zu befriedigen. Ich würde sagen, dass darin auch ein Schlüssel zum Glücklichsein liegt: Alle Bedürfnisse sind erfüllt…

Aufgabe 4: Überschrift „Bedürfnisse“. Schreibe einmal mindestens 10 Bedürfnisse auf, von denen du glaubst, dass alle Menschen sie haben. Nimm dir Zeit, nachzudenken.

Nun kommen wir zur Bedürfnispyramide von Abraham Maslow. Zur Einführung schau dir dieses Video an:

Nun finde im Internet ein Bild der Bedürfnispyramide von Maslow, achte darauf, seine letzte erweiterte Version von 1970 zu finden (hier steht „Transzendenz“ an der Spitze).

Aufgabe 5: "Zeichne die Bedürfnispyramide in dein Heft ab". Überschrift: Die Bedürfnispyramide nach Arbaham Maslow (1970).
Aufgabe 6: Finde zu den 8 Grundbedürfnissen Beispiele. Wörter wie "Transzendenz" oder "kognitive Bedürfnisse" musst du bestimmt dazu nachschlagen.

2. Tipps zum Glücklich sein

So ist „Glücklichsein“ etwas, wozu man beitragen kann – manchmal vergessen wir das und warten auf das nächste „Glück gehabt!“.

Glücklichsein lässt sich nicht anschalten, wie eine Lampe, aber man kann selbst vieles dafür tun, damit das Gefühl wächst und entstehen kann. Schauen wir mal, was kann man tun?

a) Tipps mit Maslow – Selbstverwirklichung

Schau dir noch mal die Bedürfnispyramide von Abraham Maslow an.

Aufgabe 7: Überschrift "Tipps zum Glücklichsein - Abraham Maslow". Schaue dir alle 8 Ebenen der Bedürfnispyramide an und finde je 3 Tipps, damit das jeweilige Grundbedürfnis gestillt werden kann.

b) Achtsamkeit – genussvolle Dankbarkeit pflegen

Die Literatur ist voll davon: Menschen auf umwundenen Wegen dem Glück hinterher. Zu beginn mal zwei Videos dazu:

„Das Gleichnis vom verlorenen Sohn“ (Bibel)
„O wie schön ist Panama“ (Janosch)

In Beiden Beispielen ziehen die Leute aus, um das Glück zu suchen. Und beide male kehren sie heim, um zu erkennen, dass sie schon glücklich hätten sein können, um es nun auch zu sein. Kompliziert? Denke nach…

Also: Manchmal sind wir uns gar nicht bewusst, dass wir eigentlich schon jetzt glücklich sein können. So sehr sind wir manchal beschäftigt mit den alltäglichen Problemen und Herausforderungen, dass wir uns weniger auf das konzentrieren, was uns glücklich machen könnte. Und bei all diesen Dingen sind wir der Vergangenheit oder mit der Zukunft beschäftigt:

  • Aus der Vergangenheit kramen wir eher die negativen Dinge heraus.
  • Erfahrungen der Vergangenheit projizieren wir in die Zukunft.

Die „Achtsamkeit“ beschreibt die Kunst, im „Hier und jetzt“ zu sein, aufzuhören, über Vergangenes zu grübeln und Zukünftiges zu befürchten.

Wie wunderbar es sein kann, im „Hier und Jetzt“ zu leben, kannst du bei spielenden Kindern beobachten: Voll konzentriert und aufmerksam und zufrieden beim Legobauen…

Aufgabe 8: Überschrift "Achtsamkeit - meine Momente im Hier und Jetzt". Wir haben gesagt, dass wir alle solche Momente kennen. Was sind deine Momente des Glücks im Hier und Jetzt?

Achtsamkeit ist also eine Fähigkeit, die wir alle haben, evtl. aber auf dem Weg ins Erwachsensein verlernen können. „Achtsamkeit“ kann man neu lernen – die Krankenkassen übernehmen sogar Kosten für entsprechende Kurse, so groß sind die Erfolge und Beiträge zu „Glücklich- und Zufriedensein“.

Aufgabe 9: Überschrift "das Konzept der Achtsamkeit".  Schaue dir diese Internetseite mal genau an. Nachher schreibe einen kleinen Text zum Thema "Achtsamkeit". Was denkst du darüber? Folgende Fragen helfen dir:
  • Was ist Achtsamkeit?
  • Wie kann man Achtsamkeit üben?
  • Wer hat ein medizinisch/psychologisches Übungsprogramm zur Achtsamkeit entwickelt? Beschreibe.

c) kurzfristige versus langfristige Ziele – Selbstregulation

Manchmal besteht ein Unglück darin, dass man „nicht weiter kommt“. Man möchte gute Noten in der Schule erreichen und man weiß auch, dass man es eigentlich kann. Manche möchten gerne abnehmen oder sportlicher werden und jeder weiß, wie das geht. Oder man wünscht sich, weniger online zu streiten und man weiß, dass man eigentlich das Handy nur mal ausschalten und nicht auf jede Nachricht antworten – ja sie noch nicht einmal lesen müsste.

Wie kommt es, dass wir so oft nicht das tun, was gut für uns wäre? Psychologisch gesehen geht darum: Der Kurzfristige Lustgewinn lässt uns oft unsere Langzeitziele aus den Augen verlieren. Schau dir mal folgendes Experiment mit Kindern an:

Manche Forscher verfolgen diese These: Wer seine kurzfristigen Bedürfnisse regulieren („Ich will die Süßigkeit JETZT) und ein langfristiges Ziel wach halten kann („Ich bekomme mehr Süßigkeiten, wenn ich jetzt verzichte“), wird vermutlich ein glücklicheres und erfolgreicheres Leben führen: „Ich könnte die Süßigkeit jetzt essen. Tue ich nicht, weil ich später mehr davon habe.“

ICH KÖNNTE… ICH TUE ES ABER NICHT, WEIL..

Die Fähigkeit, Bedürfnisse aufzuschieben und auszuhalten scheint also ziemlich wichtig zu sein. Mal ein Beispiel:

ICH KÖNNTE im Unterricht mit meinem Nachbar quatschen oder ihn ärgern – das würde mir jetzt Spaß machen. ICH TUE ES ABER NICHT, WEIL ich meinem langfristigen schulischen Ziel damit widerspreche.

Aufgabe 10: Überschrift "kurzfristige versus langfristige Ziele: Selbstregulation". Finde mindestens 5 weitere Beispielsätze (ICH KÖNNTE... ICH TUE ES ABER NICHT, WEIL...). Beispiele unten:
  • Jeden Abend Chips essen – abnehmen wollen…
  • Fernseh schauen – Sport treiben wollen…
  • Am PC zocken – am Distanzunterricht teilnehmen wollen…
  • Handy nutzen – Konsum einschränken wollen…
  • Drogen konsumieren (Zigaretten, Alkohol….) – Suchtfrei sein wollen…

ICH KÖNNTE JETZT… ICH TUE ES ABER NICHT, WEIL… Das könnte auch ein Motto für die jährliche Fastenzeit vor Ostern sein. Eine Übung…

Märchenzeit: Frau Holle – vom Glück und vom Pech…

Zum Schluss noch ein Schmankerl:

Das erste Mädchen erledigt seine Herausforderungen und wird mit Gold belohnt, das zweite folgt seiner Unlust: Es tut nichts und erhält am Ende „Pech“. Richtig: Es geht um das Märchen „Frau Holle“.

Mit dem Wissen um „Selbstregulation“ kannst du das Kindermärchen bestimmt etwas tiefer verstehen:

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