holocaust memorial
KR 10-4 Kirche zwischen Geschichte und Erneuerung

KR 10-4/4. Verfehlungen – die katholische Kirche unter den Nationalsozialisten

Auf dem Weg durch die Zeit mit der Kirche zwischen Geschichte und Erneuerung haben wir die Zeit Jesu und der ersten Apostel (Frühkirche) besucht und die Streitfragen der Reformation betrachtet, die Martin Luther aufgebracht hatte. Nun landen wir in Deutschland ab 1930, die Zeit des Nationalsozialismus. Es geht um zwei Fragen:

  1. Wie erging es der Kirche und den Christen in Deutschland zur NS-Zeit? Also: Welche Rolle spielte die Religion in der Nazidikatur?
  2. Wie haben sich Kirchenvertreter und Gläubige zur Nazi-Ideologie gestellt, die ja alles andere als christlich war? Also: Widerstand gegen die Nazi-Ideologie durch die Kirche?
Aufgabe 1: Schreibe die Überschrift „Verfehlungen - die katholische Kirche unter den Nationalsozialisten“ groß in dein Heft.


1. Nationalsozialismus in Deutschland – eine kurze Auffrischung

Nach dem ersten Weltkrieg wurde in Deutschland 1920 die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) gegründet und im Jahre 1930 gelangte Adolf Hitler an die Macht. Schon bald verwandelte er durch die Gleichschaltungsgesetze die damalige Weimarer Republik zur Diktatur des NS-Staates. Mit dem Überfall auf Polen 1939 begann der zweite Weltkrieg und erst 6 Jahre später, 1945 kapitulierte die Wehrmacht – damit war diese schreckliche Zeit endlich vorbei und mit dem in Kraft treten des neuen Grundgesetzes 1949 begann die Geschichte unserer Bundesrepublik Deutschlands.

Die herrschende Stimmung/Ideologie in Deutschland zur NS-Zeit war radikal und erschreckend:

  • antisemitisch
  • rassistisch
  • nationalistisch
  • völkisch
  • sozialdarwinistisch
  • antikommunistisch
  • antiliberal
  • und antidemokratisch
Aufgabe 2: Definiere die oben aufgeführten Adjektive (antisemitisch etc.). Überschrift „Die Nationalsozialistische Ideologie“.

Etwa 6 Millionen Juden sind ermordet worden, 7 Millionen Sowjetische Zivilisten, , hier eine Statistik zu den Opfern der NS-Zeit. An diese und weitere Opfer erinnern wir uns am 27.1., dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

2. Religion in der NS-Diktatur

10 Minuten schauen reicht…

Leni Riefenstahl war die Filmkünstlerin, die die Propaganda der NS-Diktatur in starken Bildern vermittelte. Berühmt ist ihre Darstellung der Olympischen Spiele in Berlin im Jahre 1936: Unglaublich starke Bilder und leider zweifelhafte Botschaften.

Schon allein der Titel „Olympia – Fest der Völker“ weist auf die Völkische Ideologie hin: Starke, makellose Körper repräsentieren ihre “Völker“…

Wir sehen, dass sich die NS-Ideologie selbst wie eine Religion inszeniert und tatsächlich gab es Bestrebungen, die Religion „zu überwinden“ und die Ideologie vom „starken, überlegenen Volk“ zu feiern. Unter Wikipedia findest du einen guten Abschnitt zum Thema „Verhältnis zur Religion“.

Aufgabe 3: Fasse den Wikipediaartikel „Verhältnis zur Religion“ in kurzen Stichworten zusammen. Überschrift „Die Rolle der Religion in der NS-Diktatur“.

3. Widerstand (der kath. Kirche) in der NS-Zeit

ein tolles Schülerreferat zum Thema

Manchmal wird gesagt, die kath. Kirche hätte mehr gegen die NS-Ideologie vorgehen müssen. Tatsächlich haben Pastore, Bischöfe und der Papst immer wieder Einspruch erhoben: Es gab also eine Gegenwehr seitens der Kirche. Vielleicht hätte man da mehr erwartet: Ebenso gab es Pastore und Bischöfe, die sich rausgehalten oder mitgemacht haben.

Erstaunlich ist, dass so viele Menschen im christlich geprägten Deutschland ihre christlichen Werte vergessen konnten und Nazis wurden.

Folgende Dokumentation „Kirche unter dem Hakenkreuz“ kannst du bei Interesse gerne ganz durchsehen – es gibt 4 Teile. (Aber erst die Aufgaben zu Ende machen, woll?)

Dokumentation: Kirche unter dem Hakenkreuz
Widerstand im Nationalsozialismus

Es gab aktive Gegner des Nationalsozialismus – echte Helden. Man kann sich gut vorstellen, dass Widerstand gefährlich war – lebensgefährlich und nicht jeder war in der Lage, mutig zu sein.

Im Video werden einige Widerstandskämpfer genannt. Suche dir eine Person heraus und recherchiere dazu für einen kleinen Steckbrief. Dietrich Bonhoeffer, ein evangelischer Theologe, taucht im Video leider nicht auf. Du kannst auch ihn vorstellen.

4. Aus der Geschichte lernen – sich erinnern, Widerstand leisten und Christ bleiben

Wer Berlin besucht, wird sich sicher das Holocaust-Denkmal (Völkermord-Denkmal) ansehen und die einzigartige Atmospähre in sich aufnehmen. Hier die offizielle Homepage dazu.

Aber auch in Form von Gedichten rufen Dichter*innen den Schrecken mahnend in Erinnerung.

Manche trauen sich, das Konzentrationslager Ausschwitz („die Todesfabrik“) zu besuchen oder lassen sich durch z.B. den Film „Das Leben ist schön“ (1997) in die damalige Welt entführen. Auch in Delbrück gibt es Hinweise auf das Leben der Nazis im 3. Reich.

Oder Sänger wie Konstantin Wecker werden nicht müde, gegen neu auftauchende nationalsozialistische Gedanken zu dichten und zu komponieren.

Aufgabe 4: Du hast jetzt über verschiedene Formen des Erinnerns gelesen, jedes Beispiel ist mit einem Link versehen: Holocaust-Denkmal in Berlin, Konzentrationslager Ausschwitz, der Film „Das Leben ist schön“, ein Dokument aus Delbrück (Zeitung von 1935) oder das Lied von Konstantin Wecker. Beschäftige dich mit einem der Beiträge und notiere, warum dich dieser Beitrag besonders berührt. Finde eine passende Überschrift.

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